3 Struktur eines Dokumentes

Im Folgenden wird der Kopf dieses Dokumentes ohne einige spezielle Kommandos gezeigt und kommentiert. (Fast) jedes LATEX Dokument beginnt mit einer Zeile der Bauart

 \documentclass[a4paper,twoside,headsepline]{scrartcl}

Der Name in den geschweiften Klammern legt die grundlegende Dokumentenklasse fest. Mögliche Dokumentenklassen im originalen LATEX sind: article, report, book, slides und letter. Es gibt aber unzählige anderer Pakete mit speziellen Zwecken angepassten Dokumentenlassen. Eine relativ verbreitetes Paket ist das KOMA–Script Paket, welches alternativ besser an DIN A4 angepasste Klassen liefert: scrartcl, scrreprt, scrbook, scrlettr. Diese Klassen sind sehr empfehlenswert, insbesondere scrlettr, da die originale letter Klasse doch eher auf amerikanische Verhältnisse gemünzt ist.

In den eckigen Klammern werden dem Paket Optionen mitgegeben. In diesem Fall soll DIN A4 Papier benutzt werden, das Layout für zweiseitige Drucke optimiert werden und die Kopfzeile mit einer Linie abgegrenzt werden.

Als nächstes werden einige Zusatzpakete geladen.

 \usepackage{ngerman}
 
 \usepackage[latin1]{inputenc}
 \usepackage[T1]{fontenc}
ngerman lädt die Unterstützung für die deutsche Sprache, also einige Zusatzbefehle und die Trennmuster. ngerman benutzt die neuen Trennmuster nach der Rechtschreibreform, german benutzt die alten. \usepackage[latin1]{inputenc} veranlasst die Umsetzung von Umlauten in ein TEX verständliche Form (sonst müsste man \"a bzw "a statt ä schreiben). Der Befehl \usepackage[T1]{fontenc} stellt die TEX–interne Fontcodierung auf ein neueres Format um, dass besser mit Umlauten funktioniert.

\usepackage{ae} ist etwas schwierig zu erklären: pdfLATEX kann mit Postscript Typ 1 und mit TrueType Schriften direkt umgehen, die unter TEXüblichen Fonts wandelt es in am Bildschirm schlecht lesbare PostScript Typ 3 Fonts um. Benutzt man die Pakete times, helvetica oder palatino, ist man auf der sicheren Seite. Die Standardfonts (Computer Modern) gibt es auch als Type1 Schriften, aber die mit \usepackage[T1]{fontenc} gewählten EC Schriften nicht. ae bügelt das mit einem Trick aus.

Der \ifpdf Befehl ermöglicht es, Dokumente sowohl für pdfLATEX als auch für gewöhnliches LATEX nutzbar zu machen.

 \usepackage{ae}
 
 \newif\ifpdf
 \ifx\pdfoutput\undefined
 \pdffalse                    % not PDFLaTeX
 \else
 \pdfoutput=1
 \pdftrue
 \fi
Dann wird in Abhängigkeit von der TEX Version entweder hyperref und graphicx oder nur graphicx geladen. hyperref erstellt in Zusammenarbeit mit pdfLATEX automatisch Bookmarks und anklickbare Links, graphicx ist für die Einbindung von Grafik zuständig. Bevorzugte Formate für Grafik sind EPS (für dvips) und PDF beziehungsweise PNG (für pdfLATEX).

 \ifpdf
 \usepackage[pdftex, pdfpagemode={UseOutlines},
          bookmarks, bookmarksopen,
          colorlinks,linkcolor={blue},
          citecolor={red}, pdfstartview={FitBH}]
    {hyperref}
 \usepackage[pdftex]{graphicx}
 \pdfcompresslevel=9
 \DeclareGraphicsRule{*}{mps}{*}{}
                                                                                
                                                                                
 \else
 \usepackage[dvips]{graphicx}
 \fi

Danach wird das eigentliche Dokument mit \begin{document} begonnen. Es wird einfach Text mit einigen Gliederungsbefehlen geschrieben, die wichtigsten Befehle entnimmt man Tabelle 1der dem sehr empfehlenswerten [SKPH98]. Die Zeilenumbrüche und die Anzahl der Leerzeichen im Text sind irrelevant, TEX ignoriert mehrere aufeinanderfolgende Leerzeichen. Mit einer Leerzeile wird ein neuer Absatz begonnen. Die Umgebungen haben die Form \begin{Umgebung}Text\end{Umgebung}, und somit endet ein Dokument mit \end{document}





Beschreibung
HTML
LATEX Äquivalent






Überschrift 1
<H1> Text </H1>
\chapter{Text}
Überschrift 2
<H2> Text </H2>
\section{Text}
Überschrift 3
<H3> Text </H3>
\subsection{Text}
Überschrift 4
<H4> Text </H4>
\subsubsection{Text}
Überschrift 5
<H5> Text </H5>
\paragraph{Text}
Überschrift 6
<H6> Text </H6>
\subparagraph{Text}



Hervorhebung
<EM> Text </EM>
\emph{Text}
Fett
<B> Text </B>
\textbf{Text}
Kursiv
<I> Text </I>
\textit{Text}
Schreibmaschine
<TT> Text </TT>
\texttt{Text}



Liste
<UL>. . . </UL>
\begin{itemize} . . .
\end{itemize}
numerierte Liste
<OL>. . . </OL>
\begin{enumerate} . . .
\end{enumerate}
Listenelement
<LI>Text
\item Text
Definitionsliste
<DL>. . . </DL>
\begin{description} . . .
\end{description}
Begriff in <DL>
<DT>Begriff
\item[Begriff]
Beschreibung
<DD>Definition
Definition



Lokaler Anker
<A Name="key"> Text </A>
\label{key}
Lokaler Verweis
<A href="#key"> Text </A>
\ref{key}



Kommentarzeichen
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% Text bis Zeilenende




Tabelle 1:Vergleich zwischen LATEX und HTML