1 Einleitung

LATEX ist ein populäres Makropaket für TEX (man spricht es ,tech` aus: das X steht für ein griechisches Chi) TEX ist ein Computersatzsystem, welches Donald E. Knuth entworfen hat und was sich neben qualitativ äußerst hochwertigen Ausdrucken (viele mathematische Bücher und Zeitschriften werden mit TEX gesetzt) durch erstaunliche Stabilität auszeichnet: Wenn man von einem praktisch bugfreien System sprechen kann, dann ist das TEX. Der letzte bekannte Bug (Stand August 1998) datierte auf 1992. Der Autor verteilt (oder verteilte) übrigens Schecks an die Finder von Bugs, ein vorgehen, was ihn nicht allzuviel kosten dürfte, da diese Schecks meist nicht eingelöst werden.

Da TEX selbst nicht einfach anzuwenden (besser: zu programmieren) ist, wurde eine Reihe von Makropaketen und Hilfsprogrammen geschaffen, die das Setzen von Dokumenten vereinfachen. Das bekannteste hiervon ist LATEX. Zu einer normalen TEX–Installation gehören außerdem METAFONT, BIBTEX, METAPOST, dvips, makeindex, pdfTEX, . . . .

Der Grundgedanke bei LATEX ist es, den Vorgang des Schreibens von dem des Setzens zu trennen. Der Text wird hauptsächlich logisch formatiert, es wird also nicht ,Fett und 14pt` angegeben, sondern ,Das folgende ist eine Überschrift der Ebene 3`. Das eigentliche Setzen übernimmt dann LATEX mit vorgefertigten Stylefiles, welche die semantischen Auszeichnungen in Drucksatz umwandeln. Diese Stylefiles sind sehr sorgfältig unter typographischen Gesichtspunkten erstellt worden und liefern im Normalfall ein wirklich sehr gutes Ergebnis, welches im doppelten Sinne nur schwer zu verbessern ist. Die Trennung von logischer Auszeichnung und Textsatz ist nicht unüblich, man trifft es auch bei HTML mit CSS, bei XML mit CSS oder XSL und bei SGML mit DSSSL. Die letzten beiden sind dabei sogar deutlich konsequenter als LATEX, was in erster Linie daran liegt, dass TEX und LATEX für den Ausdruck von Dokumenten entworfen wurde.